Viele Wege.
Finde deinen.
Du studierst BWL?
Dann passt das hier zu dir.
Ob du BWL, Jura oder etwas aus dem MINT-Bereich studierst – der Weg in die Wirtschaftsprüfung steht dir offen. Wir zeigen dir, wie er aussieht, was du mitbringen kannst und wo du den Beruf erstmal ausprobierst, bevor du dich festlegst.
Wirtschaftsprüfung
Dein Weg in
6 Etappen.
Was dich auf dem Weg in die
Wirtschaftsprüfung erwartet.
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01Etappe
Studienwahl
Zuerst die Richtungsentscheidung: was und wo. Beim Fach hast du mehr Optionen, als du denkst – längst nicht nur BWL (mehr dazu weiter unten). Beim Ort gilt: Uni oder FH, mit oder ohne WP-Schwerpunkt. Viele Hochschulen bieten spezielle WP-Module; die WPK (Wirtschaftsprüferkammer) führt dazu eine Liste. Spezial-Hochschulen sind kein Muss – wichtiger ist, dass das Profil zu dir passt.
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02Etappe
Studium
Jetzt durchs Studium: meist ein wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor – rund 85 % der Wirtschaftsprüfer haben genau so einen Abschluss. Pflicht ist das aber nicht: theoretisch qualifiziert jedes abgeschlossene Hochschulstudium fürs Examen. Wichtig ist nur, dass du irgendwann das nötige Wirtschaftswissen draufhast. Im Master macht eine Spezialisierung den Weg leichter – z. B. Wirtschaftsprüfung, Betriebliche Steuerlehre oder Steuerrecht. Und: Es gibt zwei gesetzliche Abkürzungen – mehr dazu direkt hier unten.
Absolvierst du einen nach § 8a WPO anerkannten Masterstudiengang, erledigst du zwei Prüfungsgebiete schon im Studium: „Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre“ und „Wirtschaftsrecht“ entfallen im Examen – statt sieben schreibst du nur noch vier Klausuren. Noch ein Vorteil: Für die Zulassung zum Examen reichen sechs Monate Praxiszeit, davon drei Monate Prüfungstätigkeit. Die restliche Prüfungstätigkeit – mindestens zweieinhalb Jahre – holst du zwischen Examen und Bestellung nach. So startest du deutlich früher ins Examen.
Auch ohne speziellen 8a-Master kannst du abkürzen: Bei Studiengängen nach § 13b WPO werden einzelne Prüfungsleistungen aus dem Studium im Examen anerkannt – vorausgesetzt, sie entsprechen den Examensanforderungen in Inhalt, Form und Umfang. Es entfallen dieselben Gebiete wie beim 8a-Weg: „Angewandte BWL, VWL“ und „Wirtschaftsrecht“. Der Rest des Wegs bleibt klassisch: drei Jahre Prüfungstätigkeit (bei mindestens acht Semestern Regelstudienzeit, sonst vier), dann das verkürzte Examen.
Viele Unis und FHs bieten Studiengänge mit WP-Schwerpunkt oder anrechenbaren Modulen. Die WPK führt dazu eine aktuelle Liste – ein Blick lohnt sich schon bei der Studienwahl.
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03Etappe
Praxis sammeln
Tagespraktika, Praktika, Werkstudentenjob – je früher du den Beruf von innen siehst, desto klarer wird, ob er zu dir passt. Nach dem Studium folgt die Prüfungspraxis: bei mindestens acht Semestern braucht es i. d. R. drei Jahre Tätigkeit in der WP, davon zwei Jahre an Abschlussprüfungen.
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04Etappe
Berufseinstieg:
Deine GesellschaftNach dem Uni-Abschluss startest du als Prüfungsassistent in einer Gesellschaft – und hast die Wahl: von der kleinen Gesellschaft mit direktem Mandantenkontakt bis zu den international aufgestellten Big 4. Jede Größe hat ihren eigenen Charakter. Und ab jetzt läuft deine Praxiszeit für die Zulassung.
Kurze Wege, breites Aufgabenspektrum: Im Mittelstand begleitest du Mandate oft von A bis Z und übernimmst früh Verantwortung – ideal, wenn du Vielfalt statt Spezialisierung suchst.
Die großen Gesellschaften verbinden internationale Mandate mit persönlicheren Strukturen – ein starker Mittelweg aus Vielfalt und Sichtbarkeit.
Die vier größten Gesellschaften prüfen die größten Konzerne der Welt. Hier erwarten dich internationale Teams, strukturierte Entwicklungsprogramme – und die Möglichkeit, hinter die Kulissen namhafter Unternehmen zu blicken.
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05Etappe
Zulassung (WPK)
Stimmen Studium und Praxis, prüft die Prüfungsstelle bei der Wirtschaftsprüferkammer (WPK), ob du zugelassen wirst. Konkrete Voraussetzungen, Fristen und Verkürzungen regelt die WPO.
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06Etappe
Examen & Bestellung
Das WP-Examen besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die schriftliche umfasst sieben Examensteile – von angewandter BWL bis Steuerrecht. Studiengänge nach §§ 8a / 13b WPO bieten Verkürzungen. Mit Bestehen folgt die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer – der offizielle letzte Schritt in den Beruf.
Kein Grund zur Panik: Die mündliche Prüfung ist ein Fachgespräch mit der Prüfungskommission. Im Kerngebiet (Prüfungswesen, Unternehmensbewertung, Berufsrecht) hältst du zusätzlich einen kurzen Vortrag von rund zehn Minuten – aus drei Themen aus der Berufspraxis wählst du eins und hast eine halbe Stunde Vorbereitungszeit. Danach stellen dir die Prüfer Fragen zu den einzelnen Prüfungsgebieten.
Die Bestellung ist dein offizieller Startschuss: Nach bestandenem Examen – und mit nachgewiesener Prüfungspraxis – leistest du vor der Wirtschaftsprüferkammer den Berufseid und erhältst deine Urkunde. Erst damit darfst du den Titel „Wirtschaftsprüfer“ tragen und Testate unterschreiben.
Im Überblick
- 01Wirtschaftliches Prüfungswesen
- 02Unternehmensbewertung
- 03Berufsrecht
- 04Angewandte Betriebswirtschaftslehre
- 05Volkswirtschaftslehre
- 06Wirtschaftsrecht
- 07Steuerrecht
Steuerberater können auf den Teil Steuerrecht verzichten und das Examen so verkürzen.
Und danach?
Vom Prüfungsassistenten zum Partner.
Mit der Bestellung fängt dein Weg erst richtig an. In der Wirtschaftsprüfung erwarten dich attraktive Entwicklungsperspektiven und vielfältige Karrieremöglichkeiten. Klick dich durch die typischen Stufen.
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Du prüfst einzelne Abschlusspositionen, bist bei Inventuren dabei und lernst das Handwerk von Grund auf – und ab jetzt läuft deine Praxiszeit für die Zulassung.
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Du leitest erste Prüfungen vor Ort, koordinierst das Team und bist Ansprechpartner für das Mandat – und parallel bereiten sich die meisten hier aufs Examen vor.
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Du steuerst mehrere Mandate parallel und verantwortest Planung, Budget und Qualität – vom Prüfer zum Projektverantwortlichen mit direktem Draht zur Mandantenführung.
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Du verantwortest große Mandate und ganze Portfolios, baust Kundenbeziehungen aus und entwickelst den Nachwuchs – die letzte Stufe vor der Partnerschaft.
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Du unterschreibst Testate, trägst unternehmerische Verantwortung und gestaltest die Ausrichtung deiner Gesellschaft aktiv mit – als Gesicht gegenüber Mandanten und Markt.
Was du studierst
Dein Fach, deine Rolle.
Jedes Fach kann auf einer anderen Position im Prüfungsteam landen.
BWL
Du bringst die Werkzeuge mit, die Prüfungsteams täglich nutzen – von Bilanz bis Controlling.
Was du einbringst
- Rechnungswesen & Bilanzierung
- Controlling & KPIs
- Steuern & Unternehmensfinanzierung
- Verständnis für Geschäftsmodelle
Wo du landen kannst
- Jahresabschlussprüfungen
- Konzernrechnungslegung
- Unternehmensbewertung
- Beratung in Transaktionen
VWL
Du denkst in großen Zusammenhängen. Märkte, Trends und Risiken einzuordnen ist genau das, was Prüfungsteams für fundierte Urteile brauchen.
Was du einbringst
- Analyse von Märkten & Trends
- Verständnis für Konjunktur & Risiken
- Datengetriebenes Denken
- Einordnung globaler Entwicklungen
Wo du landen kannst
- Markt- & Branchenanalysen
- Risikobeurteilung
- Unternehmensbewertung
- Prognosen & Szenarien
Jura
Du bist die Stimme der Rechtssicherheit im Team. Verträge, Gesetze, Compliance – du erkennst rechtliche Risiken, bevor sie zum Problem werden.
Was du einbringst
- Vertrags- & Gesellschaftsrecht
- Prüfung der Rechtskonformität
- Risiko- & Compliance-Blick
- präzises, sorgfältiges Arbeiten
Wo du landen kannst
- Compliance-Prüfungen
- Legal Due Diligence
- Regulatorik & Berufsrecht
- Forensik & Sonderprüfungen
Technik
Du verstehst, wie Dinge funktionieren – und woran sie scheitern. Im Maschinenraum der Wirtschaft sorgst du dafür, dass der Motor läuft.
Was du einbringst
- technisches Prozessverständnis
- Effizienz- & Schwachstellenanalyse
- lösungsorientiertes Denken
- Verständnis für Produktion & Ressourcen
Wo du landen kannst
- Prüfung von Industrie- & Tech-Konzernen
- Prozess- & Effizienzanalysen
- Bewertung von Sachanlagen
- Operations- & Risk-Advisory
Informatik
Du bist digital zu Hause. Du programmierst, analysierst Daten und machst Prüfungen mit moderner Technik schneller und sicherer.
Was du einbringst
- Programmierung & Automatisierung
- Daten analysieren & visualisieren
- KI & Machine Learning
- Cyber-Security-Grundlagen
Wo du landen kannst
- Audit Data Analytics
- Automatisierung von Prüfprozessen
- IT- & Cyber-Security-Prüfung
- KI-gestützte Prüfungstools
Mathematik
Zahlen und Modelle sind dein Zuhause. Du behältst den Überblick, wo andere nur Komplexität sehen – und machst sie prüfbar.
Was du einbringst
- Statistik & Modellierung
- Umgang mit großen Datenmengen
- analytisches Denken
- Präzision bei komplexen Berechnungen
Wo du landen kannst
- Data Analytics in der Prüfung
- Bewertungs- & Risikomodelle
- Versicherungs- & Finanzmathematik
- Prüfung komplexer Finanzinstrumente
Naturwissenschaft
Du durchdringst komplexe Probleme analytisch und präzise. Genau das zählt, wenn Daten tief geprüft und fundiert bewertet werden müssen.
Was du einbringst
- methodische Genauigkeit
- Umgang mit komplexen Daten
- wissenschaftliche Sorgfalt
- Fachwissen für Life Science & ESG
Wo du landen kannst
- ESG- & Nachhaltigkeitsprüfung
- Risiko- & Qualitätsmanagement
- Compliance
- Life Science & Sustainable Finance
Wirtschaftsinformatik
Du verbindest Business und IT. In immer stärker vernetzten Systemen behältst du den Überblick – und deckst auf, wo es hakt.
Was du einbringst
- Verständnis für IT- & Geschäftsprozesse
- Blick für Schnittstellen & Systeme
- Erkennen von Sicherheitslücken
- Prozess- & Datenverständnis
Wo du landen kannst
- IT-Prüfung (IT-Audit)
- Prüfung von ERP-Systemen
- Internes Kontrollsystem (IKS)
- Digitalisierungs- & Prozessberatung
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Initiative des IDW
Ein Angebot des Instituts der Wirtschaftsprüfer.